Wenn man von Osteuropa im 18. Jahrhundert schreibt oder spricht, kommt man häufig auch auf die polnischen Teilungen. Dreimal haben Preußen, Russland und Österreich Polen unter sich aufgeteilt, so dass am Ende im ganzen 19. Jahrhundert praktisch kein polnischer Staat existierte.

Viele Bilder gibt es dazu im Internet, zeitgenössisch und auch später wurden diese Teilungen immer so dargestellt, dass man drei Monarchen mit Scheren um eine Landkarte sitzen sieht.

Das ist auch das Bild, das in deutschen Geschichtsbüchern steht.

Erste polnische Teilung 1772.

Praktisch gesehen war es mit den polnischen Teilungen allerdings nicht so einfach. Und zwar einfach deswegen, weil es im 18. Jahrhundert kaum eine exakte Grenzziehung gibt. Also auch keine gestrichelten Linien auf der Karte, an der die Monarchen mit ihren Scheren entlangschnippeln konnten.

Vielmehr mussten die Grenzen der einzelnen Provinzen mühsam immer wieder ausgehandelt, gemessen und festgelegt werden. Gerade im sogenannten Grenzbereich war es mit den Grenzziehungen nicht so einfach, und viele Beamte mussten daran mitwirken.

Wir, die wir Grenzen und Markierungen gewöhnt sind, können uns das gar nicht mehr vorstellen, aber die von den Herrschenden beschlossenen Teilungen waren nur auf dem Papier einfache Teilungen, der Rest ist mühsam zu rekonstruierende Geschichte von Grenzziehungen in den Provinzen.


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